Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt umfasst alle Formen physischer, sexueller und/oder psychischer Gewalt, die gegenüber Personen stattfindet – gegebenenfalls auch mittelbar durch Gewalt gegen Sachen, die in enger persönlicher Beziehung zum Gewaltanwender stehen oder gestanden haben. Synonyme Begriffe für Häusliche Gewalt sind Partnerschaftsgewalt, Gewalt in Paarbeziehungen und Beziehungsgewalt.

Frauen im Kontext häuslicher Gewalt

Nach der repräsentativen Studie von Monika Schröttle (PDF Download hier) im Auftrag des BmfsfJ (x) im September 2004, in der 10.000 Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren zu Gewalterfahrungen befragt wurden, erfährt jede 4. Frau ein- oder mehrmals körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Lebenspartner. Die Studie ist erhältlich über die Pressestelle des Bundesministeriums.

Oft lassen sich Phasen der Gewalt erkennen

Phase 1
Anfänglich "nur kleinere" Gewaltübergriffe, die fortlaufend massiver werden. Die Frauen suchen die Schuld oft bei sich und versuchen Eskalationen zu verhindern. Auch wenn die Übergriffe häufiger werden entschuldigt sich die Frau und bagatellisiert sein Verhalten. Die verbale Demütigungen nehmen zu.

Phase 2
Oft sind Nichtigkeiten Auslöser für die Misshandlungen, die teilweise nicht mehr vorhersehbar sind. Häufige Angstzustände bei der Frau lassen sie über eine Trennung nachdenken.

Phase3
Durch immer wieder kehrende Versöhnungen steigt die Zuversicht, dass sich alles bessern wird – bis zum nächsten Gewaltübergriff. Die Angstzustände und die Verzweiflung der Frau nehmen zu.

Reaktionen der Umwelt

Unverständnis — "Warum lässt du so etwas mit dir machen?"
Selbstdarstellung "Mir würde das niemals passieren"
Ratschläge "Nun mach doch mal..."
Moral "Du kannst doch den Kindern nicht den Vater nehmen." oder "Du kannst doch den Kindern nicht diesen Vater zumuten."
Schuldzuweisung "Du hast ihn ja auch provoziert."

Diese Tipps und Ratschläge haben eines gemeinsam: Sie zielen auf das Verhalten der Frau und nicht auf das Verhalten des Täters ab und die Frau soll sich, die Situation oder die Umstände ändern und dann würde sich auch das Verhalten des Täters ändern. "Die Rücksichtnahme auf die Lebensumstände der Täter ist groß – Die Rücksichtnahme auf die Lebensumstände der Frauen ist gnadenlos."

Mögliche Folgen von häuslicher Gewalt

Somatische/Psychosomatische Folgen

Übelkeit, Brechreiz, Schmerzzustände denen keine organische Ursache nachgewiesen werden kann. Auch Magen-Darmbeschwerden, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten treten häufig auf.

Psychische Folgen

Angstzustände, Scham- und Schuldgefühle bis hin zu Depressionen, mit denen eine Suizidgefahr einher geht sind alarmierende Beschwerden. Ein schwindendes Selbstbewusstsein und Störungen des sexuellen Empfindens sowie Angst vor Nähe und Intimität sind weitere Folgen nach Misshandlungen.

Soziale Folgen

Oft gehen durch Verhaltensänderungen der Frau soziale Kontakte in die Brüche. Freunde und Familienmitglieder wenden sich ab und die Frau entzieht sich generell ihrem sozialen Umfeld.

 


 


 

 

 

 
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